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Gepostet an das Hausbrauer Forum (HBF)
Liebe Braugemeinde,
Ich schlage vor, die von Gregor initiierte und von Marcus wieder aufgegriffene
Frage: "Was denn so in unserer Community gebraut wird" zum Dauerthema zu
erheben: --Bitte postet die Rezepte bzw. Sudberichte Eurer erfolgreichen
Kreationen an das HBF!
Wenn Ihr Einen Netbeer.org Zugang habt, dann bitte auch im Braulog veröffentlichen!
Erfahrungsaustausch wird ja in unseren Kreisen gerne gepflegt, aber ich weiß
aus eigener Erfahrung, daß es leider oft an der dafür nötigen Freizeit
mangelt. Daher werde ich selbst mal versuchen, mit gutem Beispiel
voranzugehen und über das WIT berichten, das ich am 06.04.2002 gebraut und
gestern abgefüllt habe.
Ich beschäftige mich gern und oft mit Weizenbieren - brauend wie trinkend ;-)
So habe ich in Spanien das erfrischende belgische Wit (Hoegarden) sehr zu
schätzen gelernt. Charakteristisch für belgische Weissbiere ist die
Verwendung des Weizens als Rohfrucht (unvermälzt) und das Würzen mit
Curacao-Orangenschalen und Koriander. Ich wußte schon aus früheren Lambic
Suden, daß es bei Verwendung von Weizenrohfrucht (Griess oder Flocken, 1/3
der Schüttung) keine Probleme mit der Verzuckerung gibt, aber wird die
niedrige Verkleisterungstemperatur des Weizens auch eine Verzuckerung von
40-50% Rohweizen - nur mit Stufeninfusion erlauben (Kesselmaischen OHNE
Rohfruchtkochung)?
Short answer: yyyesss!!
Sudbericht
SCHÜTTUNG
- 5,0 kg Pilsener (Bilgram, Memmingen)
- 0,6 kg Sauermalz (Weyermann)
- 0,4 kg Haferflocken (Bioquelle)
- 4,0 kg Brauweizen, unvermälzt (lokale Mälzerei)
Pilsener wurde mit einer JSP-Maltmill mit fix eingestelltem 1.4mm Spalt
geschrotet. Rohweizen, Haferflocken und Sauermalz mit einer Kenwood Chef
Kegelmühle.
KESSELMAISCHEN - INFUSIONSVERFAHREN!
33L Hauptguß auf 42°C vorwärmen. Einmaischen ergibt 41L Maische von 40°C.
Sofort unter ständigem Rühren aufheizen, Rasten bei:
- 50°C 20 Minuten
- 55°C 20 Minuten
- 62°C 30 Minuten
- 70°C 20 Minuten (Maische war dann bereits iodnormal !!)
- Abmaischen bei 78°C
- Läuterruhe 15 Minuten
NACHGUSS: 28L (Kapazität Einkochtopf), 78°C
Beim Läutern setzen sich die Treber sehr hart und kompakt ab. Vor Aufbringen
der einzelnen Nachgüsse habe ich mit einem Messer die Treber bis auf ca. 5cm
über dem Rohrboden aufgeschnitten. Das Abläutern verlief überraschend
problemlos mit min. 5mm / Minute (Absenkung Würzespiegel).
WÜRZEKOCHEN:
- 70g Yakima Kent Goldings, Pellets 4.5%alpha, 70 Minuten
- 30g Mühlviertler Selekt, Dolden 6.2% alpha, 20 Minuten
- 25g Bitterorangenschalen, getrocknet (www.brouwland.com), 10 Minuten
- 20g Koriander, Bulgarien (Kotanyi), frisch & grob geschrotet, 5 Minuten
AUSSCHLAGWÜRZE:
44L mit 14.5 °Plato bei 67% Sudhausausbeute minus 1L Heißtrubverluste.
Mit 8L abgekochtem Wasser auf 51L Stammwürze von 12.2 °Plato verdünnt.
HEFE:
WYEAST #3944 - Belgian White Beer.
Hauptgärung 2 Wochen bei 16°C.
Die Schnellgärprobe ergab 2.7° Plato endvergoren.
Gestern grün geschlaucht bei 3.7 °Plato (sollte eine prickelnde Karbonisierung
von 6-6.5g CO2/L ergeben).
Bierdaten:
Alc.: 5.1% vol
IBU: 18
Aroma und Geschmack des Korianders entfalten sich im Jungbier bereits sehr
angenehm, sind aber noch stärker ausgeprägt als bei Hoegarden Wit.
Allzeit gut Sud!
Hubert Hanghofer |